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death and the king's horseman

Humboldt Universität zu Berlin Institut für Asien- und Afrikawissenschaften Seminar für Afrikawissenschaften Dozentin: Susann Baller WS 2003/04 Proseminar im Bereich Geschichte Sport, Alltag und Zeitgeschichte im Südlichen Afrika Kricket und Politik Die Simbabwe-Affäre bei der Kricket-WM 2003 Eine Proseminararbeit im Grundstudium von Daniel Seiffert Daniel Seiffert HF: Politik (Universität Potsdam), 6. FS 1.NF: Medienwissenschaften (Universität Potsdam), 6. FS 2.NF: Afrikawissenschaften, 3. FS Matrikelnummer: 190050 Telefon: 0177-6367945 Email: dannsei@web.de I. EINLEITUNG 3–4 II. HAUPPTEIL 4–12 1. Hintergrundinformationen 4–5 2. Entwicklung der Affäre 5–7 2.2. Die Politik interveniert, obschon das Geld regiert 7–8 2.3. Die internationale Dimension 9 2.4. Das Tauziehen zwischen Regierung, ECB 9–12 und ICC spitzt sich zu III. FAZIT 12 – 13 IV. BIBLIOGRAPHIE 14 1. Quellen 2. Sekundärliteratur EINLEITUNG Mit der Austragung der Kricketweltmeisterschaft 2003 freute sich der gesamte afrikanische Kontinent – allen voran die gastgebenden Länder Südafrika, Kenia und Simbabwe – auf eine herausragende sporthistorische Premiere. Es sollte die erste Weltmeisterschaft im Kricket auf afrikanischem Terrain überhaupt sein. Ein internationaler Wettstreit des Spiels, welches wie kaum ein anderes durch die britische Kolonialvergangenheit geprägt wurde und noch heute mit dem Nimbus vom „Duell der [englischen] Gentlemen“ behaftet ist. Nach dem Rugby-Worldcup 1995 und den Afrikameisterschaften im Fußball war es das dritte sportliche Mega-Event, das von Südafrika ausgetragen wurde. Mit schätzungsweise einer Milliarde Fernsehzuschauern und rund 800.000 Fans in den Stadien sollte es freilich das größte und teuerste von allen sein. Vom Präsident Mbeki bis zum Sportminister erhoffte man sich von dem Spektakel ein Identität stiftendes Moment für die junge Demokratie. Ein Werkzeug zur Vereinigung einer noch immer von Armut und ungleichen Chancen gespaltenen Gesellschaft. Doch die Vorfreude und die hohen Erwartungen wurden frühzeitig getrübt. Die Monate vor der feierlichen Eröffnung in Kapstadt am 8. Februar 2003 waren überschattet von einer mit großer Schärfe geführten Debatte über die Forderung eines Boykotts der englischen Spiele in Harare. Sowohl die Britische Regierung als auch Menschenrechtsaktivisten und Vertreter der größten Oppositionspartei in Simbabwe hatten im Vorfeld die Absage der Spiele im Co-Gastgeberland empfohlen. Sie begründeten ihren Imperativ mit politischen und moralischen Bedenken. Die daraufhin in der medialen Öffentlichkeit brisant geführte Auseinandersetzung zwischen dem durch einen asiatisch-afrikanischen Block dominierten Kricketverband ICC und dem englischen ECB kulminierte schließlich in der endgültigen Absage des Duells am 13. Februar wegen angeblicher Sicherheitsrisiken für die englischen Spieler. Jene hatten zuvor gegenüber der Presse von Morddrohungen gegen ihre Familien und die eigene Person berichtet. Dennoch waren wiederholt gestellte Anträge des ECB nach einer Verlegung des Spiels nach Bloemfontain in Südafrika vergeblich. Der Kricketweltverband blieb hart und insistierte nach eingehender Evaluation der tatsächlichen Sicherheitslage in Harare auf der planmäßigen Austragung des Spiels. Soweit möglich sollen die Hintergründe der Boykottforderung kritisch beleuchtet und hinterfragt werden. Besonderer Fokus bei der Analyse sowie Bewertung dieses Rückziehers soll auf die politische Dimension gelegt werden, welche sich in einer forcierten Sanktionspolitik der britischen Administration und einer verschärften Rhetorik von Downing Street No 10 gegenüber der Regierung in Harare reflektierte. Ein Kräftemessen jedoch, das in erster Linie nicht direkt in der persönlichen Auseinandersetzung zwischen Premier Blair und Robert Mugabe seine Brisanz erlangte, sondern vielmehr, weil es eine Spaltung innerhalb der Mitgliedsstaaten des Commonwealth offenbarte. Mithin kann die Affäre um den Simbabwe-Boykott gar als ein Produkt der latenten Spannungen zwischen Weiß und Nichtweiß innerhalb der Staatengemeinschaft begriffen werden. Denn die Boykott-Forderungen der britischen Administration wurden ausdrücklich unterstützt durch Regierungsvertreter und honorige Kricketfunktionäre in Australien und Neuseeland, gleichfalls in abgemilderter Form auch durch Kanada. Sie traten freilich den geäußerten Auffassungen von Entscheidungsträgern in den restlichen ICC-Mitgliedsstaaten wie Indien, Namibia, Pakistan, Kenia sowie Südafrika - dem als wichtigstem Gastgeberland ein besonderes Augenmerk zukommen soll - diametral entgegen. Auch stellt sich die Frage, ob in diesem Kontext die Forderung eines einzelnen Landes nach einem Sportboykott aufgrund „moralischer und politischer Bedenken“ legitim und überhaupt nützlich erscheint. Aufgrund der relativen Aktualität der Thematik liegt die größte Schwierigkeit sicherlich in der Tatsache, dass es noch keine wissenschaftlich verwertbare Sekundärliteratur gibt, d.h. der Forschungsstand annähernd bei Null liegt. Daher mussten die allermeisten Informationen aus Quellen - primär Artikel aus den Online-Archiven der britischen Tageszeitungen Guardian und Observer - entnommen werden. Dies ermöglicht freilich auch einen quellenkritischen Umgang mit den journalistischen Artikeln und subjektiven Kommentaren in der englischen Presse. Der Autor sieht hierin eine besondere Herausforderung, die ihn ermutigt, die diffizile Thematik auf den folgenden Seiten darzulegen. Hintergrundinformationen Seit März 2002 war es für zahlreiche Beobachter offensichtlich, dass, nach dem sich Mugabe mittels einer durch Manipulation sowie politisch motivierte Gewalt diskreditierten, undemokratischen Wahl im Amt bestätigen ließ, mit dem Match England – Simbabwe am 23. Februar 2003 ein auch politisch äußerst sensibles Sportereignis bevorstehen würde. Großbritannien führte bis dato die globale Opposition gegen Mugabes Regime emphatisch an. Im Dezember attestiert das World Food Programme, Mugabes Landreform sei ein Faktor für eine drohende Hungersnot, welche zwischen fünf und sieben Millionen Menschen in Simbabwe zu erfassen drohe. Trotz mehrerer Anläufe in 2002 zeigten die Versuche der „Commonwealth-Troika“ mit den Premierministern beziehungsweise Präsidenten Australiens, Nigerias und Südafrikas, in der sich zuspitzenden politischen Krise zu vermitteln, keinen Erfolg. Es gelang nicht, Simbabwe als möglichen Testfall für die Wirksamkeit der neu gegründeten Afrikanischen Union und die Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (New Partnership for Africa’s Development – NePAD) heranzuziehen, da die meisten afrikanischen Führer nicht bereit waren, die Menschenrechtssituation in Simbabwe zu verurteilen. Auf der Sitzung der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen scheiterte eine Simbabwe-kritische Resolution an einem „Nichtbefassungsantrag“. Im Mai 2002 verkündete die Regierung, laut Paragraph 8 des Landenteignungsgesetzes (Land Acquisition Act) müssten 2500 zumeist britisch-stämmige kommerzielle Farmer ihre Anwesen verlassen. Etwa 250 Farmer wurden später festgenommen, da sie das gesetzte Ultimatum überschritten hatten.


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